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Was ist Opferschutz?

Von Gewalt betroffen zu sein, erschüttert die Gefühlswelt jedes Menschen, egal welchen Geschlechts. Wenn Buben*, Burschen* oder Männern* Gewalt widerfährt, kommt aber noch etwas hinzu: Opfer zu sein gehört in unserer Gesellschaft nicht zum „klassischen Männerbild“, und Gewalt gegen Männer* gilt leider immer noch als Tabuthema. Das führt dazu, dass sich männliche* Betroffene häufig unverstanden, isoliert und allein gelassen fühlen.

Beim Thema Gewalt denkt man zunächst an körperliche Gewalt. Gewalt hat jedoch viele Gesichter, auch z.B. viele Formen psychischer Gewalt zählen dazu. Unter anderem diese Formen von Gewalt sind strafrechtlich verboten:

  • Körperliche Gewalt, wie z.B. Körperverletzung oder im Zuge eines (Raub)-Überfalls
  • Sexualisierte Gewalt, wie z.B. sexuelle Belästigung, Vergewaltigung oder Missbrauch
  • Psychische Gewalt wie z.B. Mobbing, Vernachlässigung, Erpressung, schwere Drohung, oder beharrliche Verfolgung (Stalking)
  • Partnerschaftliche Gewalt, wie z.B. Beziehungsgewalt und häusliche Gewalt durch die Partnerin oder den Partner
  • Homo- oder transphobe Gewalt, wie z.B. Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität
  • Extremistische Gewalt, wie z.B. rassistisch, antisemitisch, antimuslimisch oder fremdenfeindlich motivierte Übergriffe
  • Verleumdung und üble Nachrede, innerhalb und außerhalb des Internet

Wir bieten Beratung für Betroffene von all diesen Formen von Gewalt an und unterstützen Sie / dich in dieser schwierigen Situation. Wir begleiten durch Krisen, helfen dabei, schlimme Erfahrungen – wie lange sie auch her sein mögen –  besser zu bewältigen, unterstützen bei der Vermittlung passender sonstiger Angebote und bei lebenspraktischen Fragen, die sich im Zusammenhang mit der erlebten Gewalt stellen, und haben ein offenes und ein verständnisvolles Ohr. Wir beraten in Hinblick darauf, ob eine Tat ein strafrechtliches Delikt darstellt, ob sie verjährt ist oder nicht, und unterstützen bei Ihrer/Deiner persönlichen Entscheidung für oder gegen eine Anzeige. Im Falle einer Anzeige bieten wir auch  (Prozessbegleitung) an.

Für von Gewalt Betroffene kann es sehr schwer sein, sich jemandem anzuvertrauen und über das Erlebte zu sprechen, wir bemühen uns, unser Angebot so zu gestalten, dass die Hürden möglichst klein sind. So sind auch anonyme Beratung, ein telefonisches Vorgespräch, oder ein unverbindliches Kennenlernen in unserer Beratungsstelle vor dem ersten Beratungstermin möglich, sprich uns/sprechen Sie uns gerne darauf an! Verschwiegenheit ist selbstverständlich.

Weitere Angebote:

Psychotherapie: Die Männerberatung Wien vermittelt nach einer ersten Abklärung Psychotherapie für Buben*, Burschen* und Männer* als Betroffene von Gewalt zu sozial gestaffelten Tarifen an.

In diesem Zusammenhang beraten wir auch hinsichtlich möglicher Finanzierungen über das Verbrechensopfergesetz (VOG), Opferentschädigungsstellen, Krankenkassen, u.a.m.

Selbsthilfegruppen: Die Männerberatung Wien möchte von Gewalt betroffene Jugendliche und Männer* dabei unterstützen, selbstständig hilfreiche Schritte in die Zukunft zu machen. Wenn Jugendliche und Männer* sich mit Gleichgesinnten treffen und eine Selbsthilfegruppe bilden wollen, sind wir Ansprechpartner, führen Erstgespräche und leiten an die bestehenden Gruppen weiter. Auch die Bildung einer neuen Selbsthilfegruppe ist möglich.